Glossar — Karriere
Lokführer-Gehalt
Das Lokführer-Gehalt bezeichnet die Vergütung von Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführern, gestaffelt nach TfV-Klasse, Einsatzgebiet und Tarifbindung.
Was bedeutet Lokführer-Gehalt?
Das Lokführer-Gehalt bezeichnet das Arbeitsentgelt von Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführern. Es wird in der Regel als Stundenlohn oder Monatslohn ausgewiesen und variiert abhängig von der erworbenen TfV-Klasse, der Betriebsart, dem Arbeitgeber sowie der Tarifbindung.
Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer mit TfV-Klasse B2 — der Berechtigung für den Güterverkehr auf dem öffentlichen Schienennetz — erzielen im Durchschnitt höhere Gehälter als Fachkräfte mit Klasse A (Rangierfahrten) oder Klasse B1 (Reisezugverkehr). Im Schienengüterverkehr sind B2-Inhaber besonders gefragt, weil dort die Nachfrage nach dieser Qualifikation besonders hoch ist. Zusätzliche Streckenkenntnis und Baureihen-Berechtigungen erhöhen den Marktwert einer Fachkraft weiter.
Neben der Grundvergütung werden im Eisenbahnbetrieb regelmäßig Zulagen gezahlt: Nachtarbeitszuschläge, Sonntagszuschläge, Gefahrgutzulagen oder betriebsspezifische Prämien. Diese Komponenten können das tatsächliche Monatseinkommen erheblich beeinflussen und sind nicht selten vertraglich geregelt oder tariflich festgelegt.
Die Vergütung von Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführern richtet sich bei tarifgebundenen Arbeitgebern nach dem jeweiligen Tarifvertrag — etwa nach dem Eisenbahn-TV (EVG) oder dem GDL-Tarifvertrag. Bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern oder in der Arbeitnehmerüberlassung gelten andere Grundlagen, auf die im nächsten Abschnitt eingegangen wird.
Gehalt in der Arbeitnehmerüberlassung und Equal Pay
Im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung nach dem AÜG haben überlassene Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer nach § 8 AÜG Anspruch auf Equal Pay: Das bedeutet, dass sie spätestens nach neun Monaten Überlassung an denselben Entleiher das gleiche wesentliche Arbeitsentgelt erhalten müssen wie vergleichbare Stammkräfte des Entleihers. Verleiher, die keinen abweichenden Branchenzuschlags-Tarifvertrag anwenden, sind schon ab dem ersten Einsatztag an den Gleichstellungsgrundsatz gebunden.
Die Differenz zwischen einem marktüblichen Zeitarbeits-Tarif (BAP/iGZ) und dem Equal-Pay-Anspruch ist in der Bahnbranche relevant, weil Stammkräfte bei etablierten EVU oft nach GDL- oder EVG-Tarif vergütet werden — Tarifverträge, die deutlich oberhalb des allgemeinen Zeitarbeits-Mindesttarifs liegen.
Lokführer-Gehalt in der Praxis bei Railo
Bei Railo werden Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer fest angestellt und im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung an private Güterverkehrs-EVU überlassen. Railo betreibt ausschließlich Arbeitnehmerüberlassung — keine Personalvermittlung. Die Vergütung orientiert sich an marktüblichen Gehältern mit Equal Pay ab dem ersten Einsatztag. Ein Zeitarbeits-Tarif (BAP/iGZ) kommt nicht zur Anwendung. Der Einstieg beginnt ab 24 €/h; mit TfV-Klasse B2 und Streckenkenntnis sind Stundensätze deutlich darüber möglich.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Lokführer-Gehalt
Was verdient ein Lokführer im Einstieg?
Der Einstieg liegt je nach Arbeitgeber, TfV-Klasse und Tarifvertrag zwischen 22 und 27 Euro pro Stunde brutto. Bei TfV-Klasse B2 mit Streckenkenntnis und Equal-Pay-Anspruch sind deutlich höhere Stundensätze üblich. Konkrete Zahlen variieren stark zwischen Tarifvertrag, Betrieb und Region.
Hat Equal Pay Einfluss auf das Lokführer-Gehalt in der Arbeitnehmerüberlassung?
Ja. Nach § 8 AÜG gilt der Gleichstellungsgrundsatz (Equal Pay): Verleiher ohne abweichenden Tarifvertrag (BAP/iGZ) sind ab dem ersten Einsatztag an Equal Pay beim Arbeitsentgelt gebunden. Verleiher, die einen solchen Branchentarifvertrag anwenden, können das Arbeitsentgelt bis zu neun Monate vom Gleichstellungsgrundsatz abweichen lassen — danach greift Equal Pay uneingeschränkt. Railo wendet keinen Zeitarbeits-Tarif an; bei Railo gilt Equal Pay daher ab dem ersten Einsatztag.
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