Glossar — Karriere
Quereinstieg Lokführer
Quereinstieg Lokführer bezeichnet den beruflichen Wechsel in den Triebfahrzeugführer-Beruf aus einem fachfremden Berufsfeld heraus ohne einschlägige Vorausbildung.
Was bedeutet Quereinstieg Lokführer?
Der Begriff Quereinstieg Lokführer beschreibt den beruflichen Einstieg in den Triebfahrzeugführer-Beruf durch Personen, die aus einem anderen Berufsfeld kommen und keine bahnspezifische Berufsausbildung mitbringen. Im Unterschied zum klassischen Ausbildungsweg — der häufig direkt nach dem Schulabschluss bei einem EVU absolviert wird — beginnen Quereinsteiger:innen ihre Qualifikation nach einer oder mehrerer abgeschlossener Berufstätigkeiten in einem fachfremden Bereich.
Das Eisenbahnrecht schreibt keine spezifische Berufsausbildung als Voraussetzung für den Triebfahrzeugführerschein vor. Maßgeblich sind die Anforderungen der Triebfahrzeugführerschein-Verordnung (TfV): Mindestalter, Schulabschluss, medizinische und psychologische Tauglichkeit sowie die erfolgreich abgelegte Fachkenntnisprüfung beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Damit steht der Weg formal für Personen offen, die diese Voraussetzungen erfüllen — unabhängig von ihrem bisherigen Beruf.
In der Praxis bieten spezialisierte Bildungsträger und einzelne EVU Umschulungsprogramme an, die auf Quereinsteiger:innen ausgerichtet sind. Diese Programme umfassen die gesamten Ausbildungsinhalte gemäß TfV: Eisenbahnbetrieb und Regelwerk, Fahrzeugtechnik, Bremsberechnung, Sicherungsanlagen (PZB, ETCS) und die notwendigen Fahrpraktika. Am Ende steht die Prüfung beim EBA als Voraussetzung für die Ausstellung des Triebfahrzeugführerscheins.
Voraussetzung für die Ausbildung ist unter anderem die bestandene Tauglichkeitsuntersuchung nach TfV Anlage 1 (medizinisch) und Anlage 2 (psychologisch). Diese Untersuchungen müssen bei anerkannten Stellen abgelegt werden und können nicht durch Hausarzt-Atteste ersetzt werden. Wer die Tauglichkeitsanforderungen nicht erfüllt — etwa wegen dauerhafter Einschränkungen des Sehvermögens oder bestimmter Grunderkrankungen — kann den Triebfahrzeugführerschein nicht erwerben.
Die Kosten für eine Umschulung tragen je nach Konstellation der Bildungsträger, das zukünftige EVU oder der/die Quereinsteiger:in selbst. In einigen Fällen übernimmt die Agentur für Arbeit Teile der Ausbildungskosten im Rahmen der Förderung beruflicher Weiterbildung.
Quereinstieg Lokführer in der Praxis bei Railo
Railo stellt Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer fest an und überlässt sie im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung an private Güterverkehrs-EVU. Personen, die einen Quereinstieg anstreben und bereits einen gültigen Triebfahrzeugführerschein erworben haben oder kurz vor dem Abschluss stehen, können sich bei Railo für eine Festanstellung bewerben. Weitere Informationen zum Einstieg als Triebfahrzeugführer:in finden sich auf der Seite für Lokführer:innen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Quereinstieg Lokführer
Welche Voraussetzungen gelten für den Quereinstieg als Lokführer?
Für den Quereinstieg als Lokführer sind kein spezifischer Ausbildungsberuf und keine Bahnvorbildung zwingend vorgeschrieben. Erforderlich sind ein Mindestalter von 20 Jahren, ein anerkannter Schulabschluss, die bestandene medizinische Tauglichkeitsuntersuchung nach TfV Anlage 1, der Nachweis psychologischer Eignung nach TfV Anlage 2 sowie ausreichende Deutschkenntnisse (in der Regel mindestens CEFR B2). Die eigentliche Qualifikation wird durch eine Ausbildung zum Triebfahrzeugführer erworben, die bei einem zugelassenen EVU oder Bildungsträger absolviert wird.
Wie lange dauert die Umschulung zum Lokführer beim Quereinstieg?
Die Dauer der Ausbildung beim Quereinstieg hängt vom Anbieter und der angestrebten TfV-Klasse ab. Für die Klassen B1 oder B2 (öffentliches Netz) sind in der Regel zwölf bis 24 Monate zu rechnen, inklusive theoretischer Ausbildung, Fahrpraktika und behördlicher Prüfung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Klasse A (Rangierbetrieb) kann kürzer ausgebildet werden, da kein öffentliches Schienennetz einbezogen ist.
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