Glossar — Triebfahrzeugführer-Wissen

PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung)

Die PZB ist ein Sicherheitssystem im deutschen Schienennetz, das Züge automatisch bremst, wenn Triebfahrzeugführer relevante Signale übersehen oder ignorieren.

Was bedeutet PZB?

Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) ist ein auf dem deutschen Schienennetz weit verbreitetes Zugbeeinflussungssystem. Ziel des Systems ist es, Geschwindigkeitsüberschreitungen und das Überfahren von Haltesignalen zu verhindern, indem Züge automatisch abgebremst werden, wenn der Triebfahrzeugführer nicht innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit auf ein streckenseitiges Signal reagiert.

Die Bezeichnung „punktförmig” beschreibt das Übertragungsprinzip: Die Kommunikation zwischen Strecke und Fahrzeug findet ausschließlich an bestimmten Gleispunkten statt — den sogenannten Gleismagneten. Dazwischen gibt es keine kontinuierliche Verbindung, was den Unterschied zur Linienförmigen Zugbeeinflussung (LZB) oder zum European Train Control System (ETCS) ausmacht. Umgangssprachlich wird PZB auch als Indusi bezeichnet, ein Begriff, der auf das historische Vorgängersystem zurückgeht.

Der aktuelle Standard ist PZB 90, der seit den 1990er-Jahren schrittweise eingeführt wurde und die älteren Systemvarianten ersetzt hat. PZB 90 berücksichtigt verschiedene Fahrzeugkategorien (M, O, U) mit unterschiedlichen Reaktionszeitvorgaben und Bremsanforderungen.

Funktionsprinzip

Im Gleis sind Resonanzmagnete eingebaut, die beim Überfahren mit dem Fahrzeugmagneten am Triebfahrzeug in Wechselwirkung treten. Dabei werden drei Frequenzen unterschieden, die jeweils verschiedene Überwachungsfunktionen auslösen:

  • 2000 Hz: Aufgestellt in der Regel 250 Meter vor einem Signal in der Vorsignalstellung „Halt erwarten”. Das Fahrzeug beginnt eine Überwachungszeit zu messen. Reagiert der Triebfahrzeugführer nicht durch Betätigung der Wachsamkeitstaste, löst das System eine Zwangsbremsung aus.
  • 1000 Hz: Aufgestellt vor einem Hauptsignal mit der Stellung „Halt”. Wird dieser Magnet überfahren, ist eine sofortige Reaktion des Triebfahrzeugführers erforderlich oder eine Zwangsbremsung wird eingeleitet.
  • 500 Hz: Dient zur Geschwindigkeitsüberwachung nach dem Überfahren des 1000-Hz-Magneten. Das System überwacht, ob die Geschwindigkeit innerhalb der vorgeschriebenen Strecke auf den zulässigen Wert abgebaut wird.

Die Wachsamkeitstaste (Wachsamkeitsknopf) und die Befehlstaste (auch: PZB-Taste oder „Befehlstaste 40”) sind die zentralen Bedienelemente für den Triebfahrzeugführer im Umgang mit dem System.

Einordnung im Sicherheitssystem

PZB ist eine Einrichtung der Zugsicherung und ergänzt andere Sicherheitsmechanismen wie die Streckensignalisierung, das Zugfunksystem und die betrieblichen Regelwerke der EVU. Das System ist in Deutschland auf dem überwiegenden Teil des konventionellen Netzes installiert, insbesondere auf Strecken ohne LZB-Ausrüstung und noch ohne ETCS-Ausbau.

Für den Güterverkehr ist PZB besonders relevant, da ein großer Teil der Güterverkehrsstrecken in Deutschland nach wie vor mit PZB 90 gesichert ist. Triebfahrzeugführer im Schienengüterverkehr sind daher in der Regel täglich mit dem System konfrontiert.

PZB in der Praxis bei Railo

Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer, die bei Railo im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung an private Güterverkehrs-EVU überlassen werden, sind auf Strecken mit PZB-Ausrüstung eingesetzt. Der sichere Umgang mit PZB 90 gehört zu den Grundvoraussetzungen, die Railo bei der Auswahl geeigneter Triebfahrzeugführer:innen berücksichtigt. Railo betreibt ausschließlich Arbeitnehmerüberlassung und keine Personalvermittlung. Weitere Informationen für Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer finden sich unter Für Lokführer:innen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung)

Was bedeutet PZB bei der Eisenbahn?

PZB steht für Punktförmige Zugbeeinflussung und bezeichnet ein Sicherheitssystem, das an bestimmten Gleisstandorten (Magneten) mit dem Fahrzeug kommuniziert. Reagiert der Triebfahrzeugführer nicht rechtzeitig auf ein Signal, löst das System eine Zwangsbremsung aus. In Deutschland ist PZB 90 der gültige Standard auf dem konventionellen Netz.

Müssen Triebfahrzeugführer eine PZB-Schulung absolvieren?

Der Umgang mit PZB gehört zur Grundausbildung nach TfV. Zusätzlich verlangt das jeweilige EVU im Rahmen der betrieblichen Einweisung, dass Triebfahrzeugführer die PZB-Wachsamkeitstaste und die Befehlstaste sicher bedienen können. Die Anforderungen sind in den einschlägigen Regelwerken (z. B. Ril 483 der DB Netz) dokumentiert.

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