Glossar — Triebfahrzeugführer-Wissen

LZB (Linienförmige Zugbeeinflussung)

Die LZB ist ein kontinuierliches Zugbeeinflussungssystem im deutschen Schienennetz, das Züge zwischen Gleismagneten lückenlos überwacht und automatisch bremst.

Was bedeutet LZB?

Die Linienförmige Zugbeeinflussung (LZB) ist ein Zugbeeinflussungssystem, das im deutschen Schienennetz auf schnellen Hauptstrecken eingesetzt wird. Im Unterschied zur Punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB) überträgt die LZB Fahrdaten nicht nur an einzelnen Gleispunkten, sondern kontinuierlich — über einen im Gleiskörper verlegten Kabelschleifenleiter, den sogenannten Linienkabel. Dadurch ist eine lückenlose Geschwindigkeitsüberwachung und Fahrtwegsicherung auch zwischen stationären Signalstandorten möglich.

Die LZB wurde in Deutschland ab den 1960er-Jahren entwickelt und schrittweise auf Hochgeschwindigkeitsstrecken eingeführt. Bei Geschwindigkeiten über 160 km/h reicht die punktförmige Übertragung der PZB nicht mehr aus, um die erforderlichen Brems- und Reaktionszeiten sicher abzubilden. Die LZB schließt diese Lücke, indem sie dem Fahrzeug laufend aktualisierte Zieldaten — Zielgeschwindigkeit, Zielort und zulässige Höchstgeschwindigkeit — übermittelt.

Funktionsprinzip

Die Datenübertragung erfolgt induktiv zwischen dem Linienkabel im Gleis und einer Fahrzeugantenne am Triebfahrzeug. Eine streckenseitige LZB-Zentrale errechnet fortlaufend die Fahrtweginformationen und sendet sie über das Kabel. Das Fahrzeuggerät empfängt diese Daten, zeigt dem Triebfahrzeugführer die zulässige Geschwindigkeit an und greift bei Überschreitung automatisch in die Bremssteuerung ein.

Für den Triebfahrzeugführer bedeutet das: Im LZB-Betrieb folgt die Führung dem so genannten Führerstandsignalisystem. Streckensignale treten in den Hintergrund — die maßgeblichen Fahranweisungen kommen aus dem Führerstanddisplay. Das erhöht die Konzentrationsstärke, die auf die Fahrzeugführung gerichtet wird.

Abgrenzung zu PZB und ETCS

Die drei Zugbeeinflussungssysteme unterscheiden sich im Übertragungsprinzip und im Einsatzbereich:

  • PZB kommuniziert punktförmig an Gleismagneten; geeignet für Strecken bis 160 km/h.
  • LZB kommuniziert kontinuierlich über Linienkabel; eingesetzt auf Schnellfahrstrecken und Hochgeschwindigkeitskorridoren.
  • ETCS (European Train Control System) ist der europäische Nachfolgestandard, der sowohl punktförmig (Level 1) als auch kontinuierlich per Funk (Level 2/3) arbeitet und langfristig LZB und PZB ablösen soll.

Auf Strecken mit LZB-Ausrüstung sind Triebfahrzeuge, die diese Strecke befahren sollen, mit einem zugelassenen LZB-Fahrzeuggerät auszustatten. Fehlt die Fahrzeugausrüstung, ist LZB-gesichertes Fahren nicht möglich; der Zug muss dann in einem anderen Betriebsmodus — etwa mit eingeschränkter Höchstgeschwindigkeit — geführt werden.

LZB in der Praxis bei Railo

Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer, die bei Railo im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung an private Güterverkehrs-EVU überlassen werden, sind überwiegend im Schienengüterverkehr eingesetzt. Güterverkehr findet zwar häufig auf konventionellem Netz mit PZB 90 statt, doch Güterzüge nutzen auch LZB-ausgerüstete Korridore — insbesondere auf Hochleistungsgüterstrecken. Railo berücksichtigt bei der Auswahl geeigneter Triebfahrzeugführer:innen, welche Streckenausrüstungen im jeweiligen Einsatz relevant sind. Railo betreibt ausschließlich Arbeitnehmerüberlassung und keine Personalvermittlung. Weitere Informationen für Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer finden sich unter Für Lokführer:innen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu LZB (Linienförmige Zugbeeinflussung)

Was ist der Unterschied zwischen LZB und PZB?

PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung) kommuniziert nur an einzelnen Gleispunkten mit dem Fahrzeug. LZB dagegen überträgt kontinuierlich Daten über einen Kabelschleifenleiter im Gleis — die Überwachung ist also lückenlos zwischen den Messpunkten. Dadurch können mit LZB höhere Geschwindigkeiten sicherer überwacht werden als mit dem punktförmigen System.

Auf welchen Strecken ist LZB in Deutschland installiert?

LZB ist in Deutschland vor allem auf Hochgeschwindigkeits- und schnellen Hauptstrecken installiert, auf denen Züge mehr als 160 km/h fahren. Viele dieser Korridore werden schrittweise auf ETCS (Level 2) umgerüstet. Auf dem überwiegenden Teil des konventionellen Netzes bleibt PZB 90 das Standardsystem.

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