Glossar — Triebfahrzeugführer-Wissen
Kombinierter Verkehr (KV)
Kombinierter Verkehr bezeichnet den Transport von Gütern in Ladeeinheiten, bei dem Schiene oder Wasserstraße den Hauptlauf übernehmen und Straße nur die Vor- und Nachläufe abdecken.
Was bedeutet Kombinierter Verkehr?
Kombinierter Verkehr (abgekürzt: KV) bezeichnet ein Transportkonzept, bei dem Güter in standardisierten Ladeeinheiten — etwa ISO-Containern, Wechselbehältern oder Sattelaufliegern — befördert werden, ohne dass die Ladung selbst beim Wechsel des Verkehrsträgers umgeladen wird. Der Hauptlauf erfolgt auf Schiene oder Wasserstraße, während die kurzen Strecken zum Umschlagterminal und vom Terminal zum Zielort mit dem Lkw zurückgelegt werden.
Das Grundprinzip unterscheidet kombinierten Verkehr vom konventionellen Stückgut- oder Wagenladungsverkehr: Die Ladeeinheit bleibt über die gesamte Transportkette identisch. Am Umschlagterminal wird sie lediglich von einem Verkehrsträger auf den anderen umgesetzt — per Kran oder Reach-Stacker, nicht durch manuelle Neubeladung.
In Deutschland gelten die Richtlinie 92/106/EWG des Rates sowie nationale Vorschriften als rechtlicher Rahmen für den kombinierten Verkehr. Unternehmen, die bestimmte Kriterien erfüllen, können steuerliche Erleichterungen und Mautbefreiungen für den Straßenanteil in Anspruch nehmen.
Ladeeinheiten im kombinierten Verkehr
Die gängigsten Ladeeinheiten sind:
- ISO-Container (20 Fuß / 40 Fuß): weltweit standardisiert, dominieren den Seehafen-Hinterlandverkehr
- Wechselbehälter: europäisch genormt, für nationalen und innereuropäischen Landverkehr verbreitet
- Sattelauflieger (Ro-La, Huckepack): komplett auf Güterwagen verladen, ohne Trennung von Zugmaschine und Auflieger
Abgrenzung: begleiteter und unbegleiteter KV
Im begleiteten kombinierten Verkehr (Rollende Landstraße, kurz Ro-La) fährt das Straßenfahrzeug mitsamt Fahrer auf einem Spezialwaggon mit. Im unbegleiteten kombinierten Verkehr wird die Ladeeinheit ohne Zugmaschine oder Fahrer auf dem Eisenbahnwaggon transportiert. Der unbegleitete KV ist heute die wirtschaftlich dominante Form.
Kombinierter Verkehr in der Praxis bei Railo
Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer, die im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung über Railo an private Güterverkehrs-EVU überlassen werden, kommen häufig auf Strecken zum Einsatz, die dem kombinierten Verkehr dienen — insbesondere auf Zulaufstrecken zu Seehäfen und intermodalen Terminals in Norddeutschland. Railo betreibt ausschließlich Arbeitnehmerüberlassung nach AÜG; Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer sind bei Railo fest angestellt. Die fachliche Weisung liegt beim jeweiligen Entleiher-EVU.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Kombinierter Verkehr (KV)
Was ist der Unterschied zwischen kombiniertem Verkehr und konventionellem Güterverkehr?
Im konventionellen Güterverkehr wird die Ladung bei jedem Verkehrsträgerwechsel umgeladen. Im kombinierten Verkehr bleibt die Ladeeinheit (Container, Wechselbehälter, Sattelauflieger) unverändert und wird nur umgesetzt. Das spart Zeit, reduziert Beschädigungsrisiken und macht den Einsatz verschiedener Verkehrsträger wirtschaftlich attraktiv.
Welche Triebfahrzeugführer-Qualifikationen sind im kombinierten Verkehr erforderlich?
Für den Hauptlauf per Güterzug ist die TfV-Klasse B2 erforderlich. Ergänzend benötigen Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer die jeweilige Baureihen-Berechtigung für das eingesetzte Triebfahrzeug sowie Streckenkenntnis für die befahrenen Abschnitte.
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