Glossar — EVU-Beschaffung
EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen)
Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen ist ein Unternehmen, das gewerblich Eisenbahnverkehrsleistungen auf dem Schienennetz erbringt und hierfür eine Sicherheitsbescheinigung benötigt.
Was bedeutet EVU?
EVU steht für Eisenbahnverkehrsunternehmen. Der Begriff bezeichnet jedes Unternehmen, das im öffentlichen Eisenbahnverkehr gewerblich Verkehrsleistungen erbringt — sei es im Personen- oder im Güterverkehr. Die rechtliche Grundlage bildet das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG), das in § 2 AEG zwischen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) unterscheidet.
Ein EVU benötigt für den Betrieb auf dem öffentlichen Schienennetz eine Sicherheitsbescheinigung. Diese wird in Deutschland vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erteilt und bescheinigt, dass das Unternehmen über ein funktionsfähiges Sicherheitsmanagementsystem verfügt sowie die technischen und betrieblichen Voraussetzungen für einen sicheren Eisenbahnbetrieb erfüllt.
EVU und EIU — eine strukturelle Trennung
Seit der europäischen Bahnmarktliberalisierung in den 1990er-Jahren sind EVU und EIU rechtlich und organisatorisch voneinander zu trennen. Das EIU stellt die Infrastruktur zur Verfügung und vergibt Trassen; das EVU bestellt Trassen und betreibt Züge. In Deutschland ist der größte Infrastrukturbetreiber die DB InfraGO AG, während auf dem Netz zahlreiche EVU verkehren — darunter viele private Güterverkehrsbahnen.
Private Güterverkehrs-EVU
Im Schienengüterverkehr sind in Deutschland neben der DB Cargo AG mehrere Dutzend private EVU aktiv. Sie operieren überwiegend auf dem Netz der DB InfraGO AG, müssen jedoch eigenes zugelassenes Personal und eigenes oder gemietetes Rollmaterial einsetzen. Der Personalbedarf — insbesondere an Triebfahrzeugführer:innen — ist für kleine und mittlere private EVU ein strukturelles Thema, da der Lokführermarkt seit Jahren angespannt ist.
Abgrenzung: EVU ist kein Personaldienstleister
Ein EVU erbringt Transportleistungen; ein Personaldienstleister stellt Personal bereit. Diese Rollen sind klar verschieden. Unternehmen, die Triebfahrzeugführer:innen über Arbeitnehmerüberlassung nach dem AÜG beschäftigen, sind selbst kein EVU — sie sind Verleiher im Sinne des AÜG, während das entleihende EVU die fachliche Weisung über das überlassene Personal ausübt.
EVU in der Praxis bei Railo
Railo richtet sich als Personaldienstleister ausschließlich an private Güterverkehrs-EVU. Railo selbst ist kein EVU — das Unternehmen betreibt keine eigenen Züge und hält keine Trassen. Railo stellt Triebfahrzeugführer:innen in Festanstellung ein und überlässt sie auf Basis der Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung an EVU mit laufendem oder absehbarem Personalbedarf. Die fachliche Weisung verbleibt beim jeweiligen EVU; die disziplinarische Weisung liegt bei Railo.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen)
Was ist ein EVU und wer zählt dazu?
Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ist jedes Unternehmen, das gewerblich Eisenbahnverkehrsleistungen — also Personen- oder Güterverkehr auf der Schiene — erbringt. Dazu zählen sowohl große Konzerne wie die DB Cargo AG als auch kleine private Güterverkehrsbahnen. Voraussetzung ist eine Sicherheitsbescheinigung der zuständigen Behörde.
Was ist der Unterschied zwischen EVU und EIU?
Ein EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen) betreibt Züge — es erbringt Verkehrsleistungen. Ein EIU (Eisenbahninfrastrukturunternehmen) betreibt die Infrastruktur — also Gleise, Stellwerke und Bahnhöfe. Beide Rollen können in einem Unternehmen vereint sein, sind aber rechtlich getrennte Kategorien.
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